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    Beantragung & Auszahlung
    5 Min. Lesezeit12.12.2025

    THG-Bonuszahlungen: Lockangebote und versteckte Risiken

    Warum hohe Erstkundenrabatte bei THG-Anbietern kritisch zu hinterfragen sind

    Veröffentlicht am von THG Quotenportal Team

    Analyse der Nachteile von Willkommens-Boni bei THG-Anbietern: Lock-in-Effekte, Vertragsbindungen und versteckte Risiken.

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    THG-Bonuszahlungen: Lockangebote und versteckte Risiken

    Hohe Erstkundenrabatte oder „Willkommens-Boni" klingen verlockend - und genau das ist Absicht. Manche Anbieter versprechen Summen, die über dem aktuellen Marktwert der Quote liegen. Die Rechnung dahinter geht für den Anbieter auf, nicht unbedingt für Sie: Hinter solchen Lockangeboten stecken oft strukturelle Nachteile und handfeste Risiken für Sie als Endkunden.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Lock-in-Effekt: Hohe Erstboni werden durch schlechtere Konditionen in den Folgejahren "zurückgeholt"
    • Lange Vertragsbindungen: Mehrjährige Laufzeiten schränken Ihre Flexibilität erheblich ein
    • Intransparenz: Fixpreise statt prozentualer Beteiligung verschleiern die tatsächliche Marge
    • Insolvenzrisiko: Aggressive Neukundenakquise durch Cash-Burn gefährdet Ihre Auszahlung

    1. Der „Lock-in"-Effekt und sinkende Folgeerträge

    Am weitesten verbreitet ist die sogenannte Mischkalkulation. Im ersten Jahr zahlt der Anbieter Ihnen mehr aus, als er am Markt überhaupt verdient - und verbucht die Differenz schlicht als Marketingkosten.

    Der Nachteil:

    Im zweiten und dritten Jahr fallen die Konditionen oft spürbar schlechter aus. Und weil sich viele Verträge automatisch verlängern, finanzieren Sie Ihren eigenen Erstjahres-Bonus über die mageren Auszahlungen der Folgejahre letztlich selbst.

    Das Ergebnis: Über eine Haltedauer von 2–3 Jahren erhalten Sie oft weniger Geld als bei einem Anbieter, der konstant faire Marktpreise ohne Bonus zahlt.

    2. Lange Vertragsbindungen (Knebelverträge)

    Den teuren Erstkundenbonus muss der Anbieter ja wieder hereinholen. Ein gängiges Mittel: eine mehrjährige Vertragsbindung, etwa über 24 Monate oder „bis auf Widerruf" mit langen Fristen.

    Der Nachteil:

    Ihre Flexibilität ist dahin. Ziehen die THG-Quoten-Preise im nächsten Jahr am Markt an, haben Sie nichts davon - Sie hängen vertraglich an den oft schlechteren Konditionen Ihres Erstjahres-Anbieters fest.

    3. Intransparenz bei der Preisgestaltung

    Wer mit Boni wirbt, rechnet auffällig häufig mit Pauschalbeträgen, also Fixpreisen, statt mit prozentualen Ausschüttungen.

    Der Nachteil:

    • • Sie erfahren nicht, für wie viel Geld Ihre Quote tatsächlich verkauft wurde
    • • Ein seriöser Anbieter behält eine feste Provision (z. B. 15–20 %) und schüttet den Rest aus
    • • Ein Bonus-Anbieter verschleiert oft seine Marge
    • • Wenn der Marktpreis steigt, streicht der Anbieter den gesamten Gewinn ein, während Sie mit Ihrem Fixbetrag abgespeist werden

    4. Das Insolvenzrisiko

    Neukunden um jeden Preis einkaufen und das über überhöhte Auszahlungen finanzieren (Cash-Burn): Das ist ein wackeliges Geschäftsmodell.

    Der Nachteil:

    Verkalkuliert sich der Anbieter und meldet Insolvenz an, ist Ihre THG-Quote für das laufende Jahr meist längst ans Umweltbundesamt gemeldet - und damit „verbraucht".

    Sie erhalten im schlimmsten Fall gar kein Geld – weder den Bonus noch den Basisbetrag – und können die Quote für dieses Jahr auch nicht mehr woanders einreichen.

    5. Klauseln im Kleingedruckten

    Der vollmundig beworbene „Garantiebetrag" oder Bonus hängt nicht selten an Bedingungen, die erst im Kleingedruckten auftauchen.

    Beispiele aus den AGB:

    • • Der Bonus gilt nur, wenn Sie Freunde werben
    • • Der Betrag wird reduziert, wenn der Marktpreis unter eine bestimmte Schwelle fällt (trotz „Garantie"-Werbung)
    • • Auszahlungen dauern extrem lange (bis zu 6 Monaten), da der Anbieter mit Ihrem Geld arbeitet

    Vergleichsszenario: Bonus vs. Transparenz

    Rechnen wir das einmal über 2 Jahre durch (mit fiktiven Marktwerten):

    ModellJahr 1 (Auszahlung)Jahr 2 (Auszahlung)Gesamt nach 2 Jahren
    Anbieter A (Lockangebot)300 € (inkl. Bonus)80 € (Autom. Verlängerung)380 €
    Anbieter B (Transparent)280 € (Marktpreis - 15%)280 € (Marktpreis - 15%)440 €

    Fazit: Was im ersten Moment wie ein Gewinn von 80 € aussieht (300 € vs. 280 €), entpuppt sich langfristig als Verlustgeschäft.

    Worauf Sie achten sollten

    Bevor Sie ein hoher Willkommensbonus überzeugt, gehen Sie diese drei Punkte durch:

    Vertragslaufzeit

    Bindet mich der Vertrag länger als für das aktuelle Kalenderjahr?

    Kündigungsfrist

    Kann ich nach Erhalt der Prämie sofort für das Folgejahr kündigen? (Oft müssen Sie vor einer bestimmten Frist, z.B. dem 31.10., kündigen).

    Abtretungserklärung

    Lesen Sie genau, ob Sie die Quote nur für 2024 oder auch schon für 2025 und 2026 abtreten.

    Aktueller Marktkontext

    Die THG-Preise bewegen sich derzeit (Stand Ende 2024/Anfang 2025) auf eher niedrigem Niveau, weil der Markt überschwemmt ist - unter anderem durch importierten Biodiesel. Genau diese Phase nutzen einige Anbieter, um Kunden jetzt langfristig und günstig an sich zu binden.

    Unser Tipp: Setzen Sie auf transparente, faire Anbieter mit nachvollziehbaren Konditionen statt auf Lockangebote mit versteckten Fallstricken.

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    Veröffentlicht am 12.12.2025 von THG Quotenportal Team
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